Pflegeassistentin

Barbara, 53 Jahre alt mit Arbeitsort in der Region Thun, hat unter anderem eine Ausbildung zur Pflegeassistentin SRK abgeschlossen und baut sich nun ihre Selbständigkeit im Bereich Haushalt inklusive Betreuung auf.

In der Bibel begegnet einem der Spruch «geben ist seliger als nehmen». Ein Spruch der die Wahrheit und die Wichtigkeit im Leben wiederspiegelt, weshalb auch ich mein Leben, privat und beruflich, nach diesem Prinzip führe.

Ich bin gelernte Kauffrau, ausgebildete Heimpädagogin und eben Pflegeassistentin. Nach der obligatorischen Schule habe ich vorerst das 10. Schuljahr besucht und anschliessend eine kaufmännische Lehre abgeschlossen. Bevor mich mein beruflicher Weg dann in den sozialen und gesundheitlichen Bereich geführt hat, habe ich 15 Jahre im Büro gearbeitet: Unter anderem als Sekretärin in einer Werkstatt und als Direktionsassistentin in der Bundesverwaltung.

Zwar haben mir meine Anstellungen als Kauffrau einen sicheren Platz in der Berufswelt geboten, trotzdem habe ich mich stets danach gesehnt, meine Hilfsbereitschaft beruflich stärker einsetzen zu können. Meine Freude an einem einjährigen Praktikum in der Betreuung von beeinträchtigten Menschen hat mich dazu bewogen, meine kaufmännische Karriere vollends hinter mir zu lassen.

Liebend gerne wäre ich im gleichen Bereich meines Praktikumbetriebs geblieben und hätte eine Ausbildung zur Fachfrau Behindertenbetreuung absolviert. Doch leider ist das Team damals schon vollständig gewesen, weshalb ich schweren Herzens weitergezogen bin und mich als Heimpädagogin in einer Heimschule für Problemkinder versucht habe. Als solche bin ich täglich mit Themen, wie etwa Selbstverletzung, Missbrauch, Magersucht und Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) konfrontiert worden. Eine spannende Tätigkeit, welche mir auf längere Zeit aber keine Zukunft geboten hätte. Daher habe ich mich schlussendlich entschieden meinen Marktwert im sozialen Bereich durch eine Ausbildung zur Pflegeassistentin anzuheben. Die Ausbildung hat sowohl praktisches Arbeiten in Praktika als auch theoretisches Lernen in der Schule beinhaltet. Die Abschlussbeurteilung hat sich nach einem Jahr aus einer schriftlichen und mündlichen Prüfung sowie der Bewertung des Abschlusspraktikums zusammengesetzt. Nach bestandenem Abschluss bin ich meinem Zweitberuf lange Zeit als Angestellte nachgegangen. Ich habe unter anderem in der Alterspflege und in der Reha gearbeitet, nicht nur in Heimen und Krankenhäusern, sondern zweitweise auch in einem Unternehmen für Betreuungen in den eigenen vier Wänden der Kunden (homeInstead).

Aufgrund einer Offenbarung von Gott habe ich mich nun entschieden, die letzten zehn Jahre vor meiner Pension in der Selbständigkeit zu verbringen. Ich hege den Traum ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitenden zu führen. Ein Unternehmen, dass sich mit Freude und Stolz um Haushalts-, Reinigungs-, Pflege-, Butler- sowie einfachere Administrationsarbeiten von jungen und alten sowie armen und reichen Klienten kümmert, um ihnen den Alltag zu erleichtern. Ich möchte Frieden in ein breites Spektrum von verschiedenen Kundensegmenten bringen.

Als Allrounder soll unser Aufgabengebiet nicht abgeschlossen aufgezählt werden: Mein Ziel ist es, eine ganzheitliche und trotzdem professionelle Pflege und Unterstützung in jedem Lebensbereich anzubieten. Der Aufbau meiner Selbständigkeit ist dank Gottes Unterstützung in vollem Gange. Meine Erfolge und Verbesserungspotentiale schreibe ich in Businessplänen nieder, um mich auch stetig weiterentwickeln zu können.

Einen einheitlichen Tagesablauf kann ich keinen beschreiben. Meine Tage richten sich nämlich nach den angenommenen Kundenaufträgen und den verschiedenen Einsatzorten. Stehen keine Aufträge an, kümmere ich mich um die angefallene Administration. Momentan übernehme ich eher noch Einzelaufträge, ich bin mir jedoch sicher, dass die Stammaufträge nicht lange auf sich warten lassen werden.

An meinem Tun gefällt mir die Vielseitigkeit und der Kontakt zu jungen und alten sowie männlichen und weiblichen Personen. Es geht ans Herz zuzuschauen, wie Klienten unter Krankheiten leiden. Das Glück ist daher vollkommen, wenn sich schwierige Lebenssituationen durch meine Unterstützung zum Guten wenden und meine Klienten mit meinem Tun zufrieden sind, ja mich vielleicht sogar weiterempfehlen.

Auch in meiner Freizeit steht das Wohl der Menschen ebenso im Mittelpunkt. Als Hilfspastorin setze ich mich in der Kirche ein. Gerne geniesse ich aber auch mal Zeit für mich. So zähle ich lesen, Musik hören, singen, Velo fahren, schwimmen und reisen zu meinen Hobbys.

Für mich steht fest: Müsste ich mich der Berufswahl nochmals stellen, würde ich erneut eine kaufmännische Lehre abschliessen und später in den sozialen Bereich wechseln. Im Nachhinein muss ich jedoch feststellen, dass es sich wohl gelohnt hätte, einen kurzfristigen Nachteil in Kauf zu nehmen, um mich im Bereich der Behindertenbetreuung einsetzen zu können. Ansonsten könnte ich mir auch vorstellen mich im Beruf der Fusspflegerin, Podologin oder Masseurin zu verwirklichen.

Ich bin mir sicher, dass ich den für mich passende Beruf ausführe, da ich die benötigten Eigenschaften besetzte: Ich bin sozial, hilfsbereit, offen, fleissig, geduldig, beharrlich und standfest. Ausserdem segnet mich mein Tun und bringt mir Frieden und Licht. Was man sät, das erntet man. Ich weiss, gute Taten werden belohnt und dies zeigt sich bei jedem Menschen schon heute und jetzt.

Weitere Informationen:
http://www.pflege-haushalt.ch


Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf der Pflegeassistentin / des Pflegeassistenten?

12 Gedanken zu „Pflegeassistentin“

  1. Ein sehr interessanter Werdegang! Ich kenne viele, die nicht bei ihrem ursprünglichen Beruf bleiben, vom Kaufmännischen in die Pflege ist doch ein weiter Schritt. Toll, wie viel diese Person freiwillig auf sich genommen hat!

    1. Hallo Wioleta, danke für deinen Kommentar 🙂 Ich finde solche Werdegänge auch mega interessant. Es ist echt spannend zu erfahren, welchen weiten beruflichen Weg manche Menschen gehen.

    1. Liebe Julia, danke für deinen Kommentar 🙂 Die Werdegänge vieler Menschen sind wirklich sehr spannend und zeigen, dass man nicht ewig im gleichen Gebiet arbeiten muss. Heutzutage gibt es so viele Möglichkeiten 🙂

  2. Ich selbst arbeite auch im Gesundheitswesen und habe ab und zu mit Pflegekräften aus verschiedenen Bereichen zu tun. Ich finde das ist eine sehr anstrengende Tätigkeit, für die man (meist) aber auch viel Dankbarkeit bekommt! Und das ist gut so!

    1. Liebe Jana, danke für deinen Kommentar 🙂 Toll, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieser Beruf viel Energie braucht, man jedoch auch viele schöne Momente als Lohn erleben darf.

    1. Hallo Annette, danke für deinen Kommentar 🙂 Solche Menschen sind wirklich wertvoll. In der heutigen Gesellschaft ist das nicht mehr selbstverständlich, leider!

    1. Liebe Cornelia, danke für deinen Kommentar 🙂 Für einen solchen Beruf muss man sicher geschaffen sein. Toll, gibt es solche Leute wie Barbara, die mit Herzblut im Bereich Gesundheit arbeiten.

    1. Liebe Steffi, danke für deinen Kommentar 🙂 Das stimmt natürlich und es gibt noch viele weitere Gesundheitsberufe, über welche ich berichten kann.

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