Berufsmasseurin

Petra, 33 Jahre alt mit Wohn- und Arbeitsort in Steffisburg, bietet ihren Kunden als Berufsmasseurin Massagen von Hand zu Herz.

Glücks- und Wärmegefühle, totale Entspannung sowie eine Behandlung für Geist und Körper. Diese persönlichen Empfindungen aus einem vergangenen Thailandaufenthalt sind der Ursprung für das Interesse an meinem jetzigen Beruf. Der Gedanke einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, bei welcher ich meinen Mitmenschen Gutes tun kann und als Belohnung nicht nur ein Entgelt, sondern auch ein dankbares Lächeln erhalte, schenkt mir Freude an meinem eigenen Tun.

Das Gefühl von Wertschätzung und Bestärkung hat mir in meinem vorherigen Alltag als Konditorin-Confiseurin enorm gefehlt, was mit der Grund für eine berufliche Umorientierung gewesen ist. Den Berufswechsel habe ich trotzdem in gemächlichem Tempo in Angriff genommen. So habe ich während dem Aufbau meiner eigenen Massagepraxis und dem Besuch von interessanten Kursen noch zu einem bestimmten Prozentsatz süsse Backwaren hergestellt.

Das Anbieten von professionellen Massagen erfordert einige Kenntnisse über die Anatomie des Menschen, mögliche Beschwerden und die passenden Heilmethoden. Ich habe dazu einige Kurse beim Bodyfeet in Thun besucht. Zu meiner Freude habe ich nicht nur theoretisches Wissen durch Ärzte vermittelt bekommen, sondern eben auch die Möglichkeit zum praktischen Ausprobieren mit Gruppenpartner erhalten. Neben meiner Ausbildung zur Berufsmasseurin, welche ich von 2010 bis 2012 absolviert habe, besuche ich noch heute regelmässig Kurse zur Auffrischung und Vertiefung meines Wissens. Somit ist sichergestellt, dass ich meiner Kundschaft eine grosse Bandbreite an Dienstleistungen anbieten kann und immer à jour bin, was auf dem Markt passiert. Auch zur Beibehaltung der Anerkennung durch die Krankenkassen ist der Besuch von regelmässigen Schulungen ein Muss.

Der Entscheid in die hundertprozentige Selbständigkeit einzutreten, hat einigen Mut verlangt. Schlussendlich ist der herausfordernde Weg dank der Unterstützung von Familie und lieben Freunden geglückt. Zu den grössten Schwierigkeiten habe ich die notwendige Administration und die zahlreichen Behördengänge gezählt. Wer sich selbständig macht, darf die anstehende Arbeit nicht scheuen. Dies habe ich schon aus Erfahrung von meinen Eltern gewusst, welche auch im Besitz einer eigenen Firma gewesen sind.

In meiner Praxis empfange ich nun Kunden von Montagmittag- bis Samstagmittag, stets mit offenen Armen versteht sich. Als selbständig erwerbstätige Person kenne ich keinen einheitlichen Tagesablauf mehr. Ich biete meinen Kunden Termine zwischen 07:00 Uhr und 11:30 Uhr sowie zwischen 13.00 Uhr und 21.00 Uhr an. Um meiner Gesundheit nicht zu schaden, für meine persönliche Regeneration und um den Kunden stets meinen vollen Einsatz zu bieten, nehme ich pro Tag nicht mehr als fünf Termine mit einer Dauer von circa einer Stunde an. Wie in jedem Beruf individuelle körperliche Schäden entstehen können, kann es auch in meinem zu gewissen Abnutzungsschäden an Daumen, Händen und Schultern durch zu grosse Belastung beim Massieren führen. Zwischen den Terminen erledige ich unter anderem administrative Aufgaben und richte den Massageraum her, wozu auch das Waschen der Frottéetücher zählt. Zudem treffe ich mich mit möglichen Produktpartnern oder möglichen Partner für eine gegenseitige Zusammenarbeit durch Werbung.

Auch in meiner Freizeit kümmere ich mich um mein körperliches und geistiges Wohl. Zu meinen Hobbys zähle ich Joggen, Schwimmen, mediale Tätigkeiten sowie der Garten meines Hauses und das Kümmern um meine Kaninchen.

Massagen zählen zu den frühsten Heilmethoden der Menschheit, weshalb sich im Verlaufe der Zeit vielfältige Massagearten entwickelt haben. Wichtig ist, dass der Kunde und seine Wünsche bei jeder Behandlung im Mittelpunkt stehen und auch die Kommunikation eine Bedeutung erhält. Zuhören und bestärken sind somit zentrale Aufgaben in meinem beruflichen Tun, was meistens zum Aufbau einer emotionalen Beziehung zu den jeweiligen Erzählern führt.

Zu meinen Kunden gehören sowohl Kleinkinder als auch Rentner über achtzig. Dabei ist die Zahl zwischen männlicher und weiblicher Kundschaft ziemlich ausgeglichen. Gerade Männer stehen bei der ersten Massage meist eher skeptisch vor der Tür, öffnen sich dann aber rasch gegenüber meiner Hilfe.

Massagen helfen gegen verschiedenste Beschwerden und dienen ebenfalls der Vorbeugung. Somit lindere ich unter anderem Verspannungen, Hexenschüsse, Muskelprobleme, Kopfschmerzen wie auch Probleme mit Stress und der Psyche. Meine Hauptarbeitsmittel sind meine eigenen Hände und Ellenbogen. Als Hilfsmittel und je nach Bedarf verwende ich Massageöl und Salbe sowie Wärmekissen, Schröpfgläser und Therapiehölzer zum Lösen des verhärteten Bindegewebes.

Persönlich biete ich meiner Kundschaft je nach Bedürfnissen verschiedene Massagetechniken an: Unter anderem klassische Massagen, welche zur Vorbeugung und Behandlung von körperlichen Beschwerden dienen, Sportmassagen, welche sich in erster Linie auf die Durchblutungsförderung und die Aufwärmung des Körpers beziehen, Fussreflexzonenmassagen, welche eine natürliche Regeneration und Erdung versprechen, Dorn-Therapien, welche auf der Anleitung zur Selbsthilfe des Patienten beruhen, energetische Massagen, bei welchen die universelle-kosmische Energie zum Nutzen gemacht wird und welche Tiefenentspannung und das Energielevel auffüllt oder heilend wirkt, wie auch Hot-Stone-Massagen, welche ein Wärme- und Geborgenheitsgefühl auslösen können und Schröpfen, aus welchem die Selbstheilung des Organismus resultiert. Wie lange eine Therapie jeweils dauert, entscheidet in erster Linie der Kunde. Selbstverständlich gebe ich sehr gerne eine unverbindliche Empfehlung ab.

Als Berufsmasseurin habe ich meine Berufung gefunden. Vom Gegenteil können mich auch unmotivierende administrative Tätigkeiten nicht überzeugen. Mein Beruf bietet unbeschreiblich viele schöne Augenblicke. So beispielsweise ein schneller Erfolg bei grossen körperlichen Problemen meiner Kunden. Andererseits erlebe ich auch herausfordernde Momente. Dazu zähle ich Kunden, welche suizidgefährdet sind und neben psychologischer Hilfe Zuflucht in wohltuenden Massagen suchen. Wichtig in solchen Fällen ist, trotz vielen Emotionen einen gesunden Abstand zu den Problemen dieser Kunden zu halten und die psychologische Arbeiten den Profis zu überlassen.

Wäre mir das Massieren verwehrt, würde ich wahrscheinlich eher auf das Psychologische setzen. Also Beratungen von «Du» zu «Du» anbieten. Jedoch bin ich überzeugt, den richtigen Beruf gewählt zu haben. Auf jeden Fall würde ich bei einem Neuanfang nochmals die gleichen Ausbildungen zur Berufsmasseurin abschliessen. Auch aus dem Grund, dass mir das erlangte Wissen ebenfalls privat bei körperlichen Beschwerden meiner Familie und Freunden grosse Dienste erweist und auch mich persönlich bezüglich eines gesunden Lebensstils weiterbringt.

Weitere Informationen:
http://massage-wenger.ch


Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf der Berufsmasseurin / des Berufsmasseurs?

14 Gedanken zu „Berufsmasseurin“

  1. Ich gehe seit einiger Zeit regelmäßig massieren und kann sagen, dass ich nur deshalb so regelmäßig gehe, weil ich merke, dass meine Masseurin so richtig mit Herz dabei ist – ich habe schon einige durchprobiert, bei denen das bis jetzt nicht der Fall war…
    Also es ist wirklich Gold wert, wenn jemand für diesen Beruf lebt 🙂

    1. Liebe Katii, danke für deinen Kommentar 🙂 schön, dass du deine Erfahrung hier teilst. Ich glaube dir gerne. In solchen Berufen merkt man schnell, ob jemand den Beruf gerne ausführt oder eben nicht.

  2. Richtig interessant, danke für die tollen Einblicke! Scheint ja ein echt spannender Beruf zu sein, hatte ich bisher so gar nicht auf dem Schirm! Lasse mich zwar ab und zu massieren, aber das wars auch schon! 🙂

  3. Hallo!
    Das ist ein sehr interessanter Einblick in einen ziemlich spannenden Beruf! Und abgesehen davon, dass ich es toll finde, dass sie einen kompletten beruflichen Wechsel vollzogen hat, scheint es ja genau ihre Berufung zu sein. Toll!

    1. Liebe Lisa, danke für deinen Kommentar 🙂 Ich bin überzeugt, dass Petra ihre Berufung gefunden hat. Ich finde es auch super, dass sie diesen Berufswechsel gewagt hat und nun glücklich ist.

  4. Damals in der Schule, kam die Berufsberatung in die Klassen und wir durften einen Test machen, welcher Beruf für uns geeignet wäre und -zack- Masseurin. Ich glaube nicht, dass das der richtige Beruf für mich ist, aber ich bin froh, dass es ihn gibt und dass es viele Menschen wie Petra gibt, die ihn mit Herzblut ausüben. Wer lässt sich nicht gerne massieren, um z.B. Verspannungen zu lösen.

    1. Liebe Birgit, herzlichen Dank für deinen Kommentar 🙂 Ich durfte auch ein solcher Test ausfüllen und bin auch nicht überzeugt, dass das Resultat zu mir gepasst hätte. Wie du finde ich es toll, dass es Menschen gibt, die solche Berufe gerne ausführen. Was würden wir nur ohne medizinische Berufe machen?

  5. Das ist ein toller Beruf, aber wirklich sehr anstrengend. Wer diesen Beruf nicht gerne macht, wird unglücklich damit werden. Bei Petra scheint es aber so zu sein, dass sie ihren Beruf wirklich gerne macht und vor allem auch was von ihrem Handwerk versteht.

  6. Petra scheint ihren Beruf wirklich zu lieben. Klar, was gibt es Besseres als mit seiner Tätigkeit zur Steigerung des Wohlbefindens anderer beizutragen 🙂

    1. Liebe Kay, danke für deinen Kommentar 🙂 Ich finde es auch sehr toll, wenn Menschen ihren Beruf mit Leidenschaft ausführen. Ich freue mich für Petra, dass sie ihren Traumberuf gefunden.

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