Pharma-Assistentin

Dania, 25 Jahre alt, arbeitet im Herzen von Thun als Pharma-Assistentin. Als solche bietet sie, neben einem grossen Fachwissen rund um Medikamente verschiedene Dienstleistungen an.

Das Gesundheitswesen hat mich schon immer fasziniert, weshalb ich den Entschluss in diesem beruflichen Bereich Fuss zu fassen, schon früh geäussert habe. Meine Faszination stammt wohl daher, dass ein enges Familienmitglied in der Pflege arbeitet. Persönlich sagt mir die Arbeit im Pflegebereich weniger zu, dafür hat mir der Schnuppereinblick ins Berufsleben einer Pharma-Assistentin umso mehr gefallen.

Die Ausbildung zur Pharma-Assistentin hat drei Jahre angedauert. Um die Apothekdienstleistungen zur Zufriedenheit der Kunden ausführen zu können, wurden mir in der Schule, welche ich im ersten Lehrjahr an zwei Tagen und im zweiten sowie dritten Lehrjahr an einem Tag besucht habe, Fächer, wie etwa Gesundheit, Krankheit und Therapie (GKT), Medikamente und deren Darreichungsformen (Galenik), Chemie und Physik sowie Deutsch, Wirtschaft und Recht unterrichtet. Das erhaltene Wissen durfte ich in überbetrieblichen Kursen und im Lehrbetrieb anwenden und festigen.

Nach Lehrabschluss habe ich die Berufsmaturität während einem Jahr Vollzeit absolviert und nachträglich als Vorbereitung auf ein mögliches Studium ein längeres Praktikum an einer heilpädagogischen Tagesschule geleistet. Ich musste mir jedoch bald eingestehen, dass mich mein Vorhaben doch nicht zu 100 % überzeugt hat. Darum habe ich meine Studienpläne verworfen und arbeite nun in einer Apotheke, wo ich meine Freude am Kundenkontakt und mein Gefallen am Gesundheitswesen ausleben kann.

© Centralapotheke Thun
© Centralapotheke Thun

Meiner Arbeit gehe ich während fünf Tagen in der Woche nach. Aufgrund von zwei möglichen Arbeitsschichten, der Frühschicht, welche sich um den Wareneingang kümmert und der Mittelschicht, welche die Arbeit bei der Ladenöffnung aufnimmt, erlebe ich keinen einheitlichen Tagesablauf. Trotzdem ein Beispiel: Oftmals bin ich einen halben Tag in der Kundenberatung eingeteilt und einen halben Tag im Hintergrund tätig. Nach Feierabend mache ich dann gerne Sport, spiele mit meinen Katzen und / oder verbringe viel Zeit draussen und zusammen mit meinem Partner.

Die Arbeiten bzw. Dienstleistungen meines Anstellungsbetriebes sind sehr vielfältig und auf die Kunden ausgerichtet. Das wohl wichtigste Gebot in meinem Beruf lautet nämlich: Jeder Mensch ist unterschiedlich und benötigt auch im Thema «Gesundheit» eine individuelle sowie entsprechende Beratung. Unser Angebot streckt sich von Beratungen zu Medikamenten, Sanitätsartikel und Kosmetika über Wundversorgungen, Blutzuckermessungen, Blutdruckmessungen Kompressionsstrumpf-Anpassungen bis hin zu Impfungen. Zusätzlich besteht das Angebot des Wochenblister (Bereitstellen von fixfertig abgefüllten Medikamenten) und eines Hauslieferdienstes.

Meine Arbeit erfordert die Einhaltung bestimmter Vorgaben. So unter anderem die Schweigepflicht, Hygienevorschriften und bei den Medikamenten muss die Rezeptflicht einhalten werden. Für die Sicherstellung der letzteren Vorschrift gibt es Kategorien in die, die Medikamente eingeteilt werden, von A bis E: So sind beispielsweise die Kategorien A und B, die rezeptpflichtige Medikamente.

Eine Pharma-Assistentin muss auf verschiedene Bedürfnisse eingehen können, Freude am Kundenkontakt haben, offen sein und nicht zu Letzt ein grosses Wissen zu Medikamenten und diversen Therapieformen aufweisen. Von diesem Wissen kann ich ebenso privat profitieren. Einerseits kann ich meine Familie und Freunde beraten und zum anderen weiss ich stets über «Krankheitstrends», wie etwa Grippen, Bescheid. Ebenfalls erfordert wird in diesem Beruf eine ausgeprägte Teamfähigkeit. Man arbeitet nämlich nie allein! Zum einen arbeite ich mit über 30 Apotheksmitarbeitenden zusammen und andererseits stehe ich im Kontakt mit diversen Ärzten, Medizinischen Praxisassistentinnen und anderem Pflegepersonal. Meine wichtigste Ansprechperson, gerade bei Unsicherheiten, ist der Apotheker.

Ich bin dankbar, dass ich im beruflichen Alltag überwiegend schöne Momente erleben darf. Dazu zähle ich beispielsweise die Dankbarkeit der Kunden und die frohe Botschaft, wenn eine Empfehlung Wunder bewirkt hat. Die Arbeit mit Medikamenten hat aber auch eine Schattenseite. Herausfordernd und traurig ist beispielsweise die Bedienung von Patienten mit einer Abhängigkeit.

Für die Zukunft hoffe ich auf viele weitere positive wie auch lehrreiche Erfahrungen. Gerne möchte ich diesen Beruf noch viele weitere Jahre ausführen. Mit gutem Gewissen kann ich behaupten, dass ich meine Berufung gefunden habe. So würde ich bei einem Neustart die absolvierte Lehre selbstverständlich erneut auswählen.


Weitere Informationen:
www.centralapotheke-thun.ch


Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf der Pharma-Assistentin / des Pharma-Assistenten?

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