Phlebotomist

Angel, 18 Jahre alt und wohnhaft in Amerika (Bundesstaat Washington), beteiligt sich als Phlebotomist an der Gesundheit seiner Mitmenschen.

«Mit einer Blutspende rettest du Leben». Dies ist nicht nur ein unbedeutender Spruch, sondern eine Tatsache. Bis heute ist es der Menschheit nicht gelungen künstliches Blut herzustellen, weshalb das Thema weltweit laufend an Wichtigkeit gewinnt. Zu den Hauptaufgaben des Blutes zählen die Abwehr von Krankheitserregern, der Verschluss von Wunden, der Stofftransport und ebenso die Wärmeverteilung im Körper.

Als Phlebotomist trage ich zu einer gelungenen Blutspende bei. Als Einstieg in diesen medizinischen Beruf habe ich eine zweimonatige Ausbildung, bestehend aus Unterricht in einer Klasse und aus spezifischen Übungen, abgeschlossen. Gelernt habe ich allem voran, wie bei der Findung der passenden Venen und der Entnahme des Blutes vorgegangen wird und welche Vorgaben beim Transport des Blutes zum Labor zwingend beachtet werden müssen.

Vor der Ausführung meines jetzigen Berufes habe ich als Verkäufer in einem Laden für Winter- und Arbeitskleidung gearbeitet. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen bin ich auf den Job des Phlebotomisten aufmerksam geworden, welcher mich sogleich fasziniert hat. Mir gefällt die Zusammenarbeit mit verschiedensten Menschen und ich bin stets offen gegenüber deren positiven wie auch negativen Lebensgeschichten. Anderen Menschen zu helfen ist für mich das Grösste und zu sehen wie manche Spender nach der Blutentnahme stolz auf sich sind, macht mich glücklich. Ebenfalls zähle ich die Arbeit mit erstmaligen Spendern, welche noch etwas aufgeregt sind, mir jedoch schnell vertrauen zu den schönen Momenten.

Ich arbeite von Montag bis Freitag. Meine Arbeitstage könnten aufgrund wechselnder Einsatzorte, welches etwa Schulen, Universitäten, Firmengelände, Spitäler und auch Kirchen sind, abwechslungsreicher nicht sein. Bezüglich meiner Arbeitszeiten ist also Flexibilität gefragt, denn ich starte meinen Einsatz je nach Einteilung zwischen 06:00 Uhr in der Früh und 12:00 Uhr mittags. Auch der Zeitpunkt des Feierabends lässt sich nicht einheitlich definieren. Je nach angefallener Arbeit und Einsatzort mache ich mich zwischen 17:00 Uhr und 22:30 Uhr auf den Nachhauseweg.

Nach dem Eintreffen am Basisstandort packe ich bei Arbeitsbeginn jeweils die benötigten Utensilien zusammen und fahre zusammen mit ein bis vier Arbeitskollegen zum definierten Einsatzort, wo wir eine Art Blutzentrum mit Betten, Tischen und Stühlen einrichten. Ausgerüstet bin ich für die Ausführung meiner Arbeit zudem mit Reagenzgläsern, Blutsäcken, Nadeln, Laptops und elektronischen Apparaten, welche die Menge des entnommenen Blutes mitzählen.

Zur Blutspende empfange ich unterschiedlichste Persönlichkeiten mit verschiedensten Gründen, welche sie zur freiwilligen Spende animieren. Vor der Abnahme des Blutes überprüfe ich auf Basis eines Fragekataloges die Tauglichkeit der Spendenfreudigen. Die wichtigsten Kriterien neben Alter, Gewicht und Gesundheitszustand sind beispielsweise Medikamente, vergangene und anstehende Operationen sowie Tätowierungen, Piercings und getätigte Auslandaufenthalte. Bei einer vollwertigen Tauglichkeit entnehme ich den Spendern 500 Milliliter Blut, welches ich in Konservenbeuteln eisgekühlt aufbewahre und am Ende des Arbeitstages zusammen mit meinen Arbeitskollegen zum Labor transportiere. Die Blutspenden werden darauffolgend nach ausgiebigen Laboruntersuchungen nicht nur zum Ausgleich von unfallbedingtem Blutverlust, sondern allem voran im Rahmen geplanter Operationen verwendet. Wobei dies unter anderem Operationen im Bereich von Krebs-, Herz-, Magen- und Darm- wie auch Leber- und Nierenerkrankungen sind. In welchem Spital das Blut Leben rettet, können die Spender mit Hilfe einer App und einer Nummer stets mitverfolgen.

Mir gefällt der gewählte Beruf, weshalb ich ihn bei einer erneuten Berufswahl sicherlich wieder in Betracht ziehen würde, obwohl in der medizinischen Industrie in Amerika allgemein eine grössere Anzahl Frauen vertreten ist.

Andernfalls würde mir auch die Arbeit in der Computerbranche, beispielsweise als Softwareentwickler oder auch die Verwirklichung als Autor zusagen, denn neben Velo und Auto fahren sowie dem Schiessen, zähle ich auch das Schreiben von Action und Fiction Romanen zu meinen Hobbys.

Wie wahrscheinlich in jedem anderen Beruf auch. Kann ich an meinem Job ebenfalls negative Seiten aufzählen. So beispielsweise der tiefe Lohn und die hohe Anzahl an zu leistenden Arbeitsstunden. Weniger gefällt mir zudem der fehlende Zusammenhalt in meinem momentanen Team. Jedoch hält mich dies keineswegs von der medizinischen Hilfe von kranken Menschen ab.
 Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf des Phlebotomisten?

25 Gedanken zu „Phlebotomist“

  1. Wow, die Berufsbezeichnung hat mir erst mal so gar nichts gesagt. Danke für die Vorstellung, wieder was gelernt 🙂 In diesem Jahr werde ich auch zur Blutspende gehen.

    1. Hallo Sarah, danke für deinen Kommentar 🙂 Auch ich kannte diese Bezeichnung nicht. Ich finde es cool, dass mein bester Freund diesen Beruf ausführt und bereit zu einem Interview war. Ich habe super viel gelernt.

  2. Phlebotomist? Noch nie gehört – bis heute
    Super interessant – ein wichtiger Beruf – und ich habe wieder etwas dazugelernt. Dankeschön für den interessanten und informativen Beitrag!

    Liebe Grüsse aus Zürich

    1. Liebe Manu, danke für deinen Kommentar 🙂 Da es diesen Beruf in unserem Land so nicht gibt, kannte ich ihn vor dem Interview auch noch nichts. Ich freue mich, konnten sowohl meine Leser als auch ich Neues lernen.

  3. Ich finde diese Notfallkurse extrem wichtig! Ich selbst musste während meiner Flugbegleiter Tätigkeit laufend welche machen und bin sehr dankbar dafür. Toll wenn es jemand schafft diese Kurse spannend und mitreißend zu gestalten.

    1. Liebe Verena, danke für deinen Kommentar 🙂 Wichtig sind die Kurse auf jeden Fall. Daher finde ich es auch so toll, werden die Kurse heute motivierend und spannend gestaltet.

  4. Erste Hilfe Kurse und Entertainment? Klingt auf jeden ersten Blick auf jeden Fall nach viel Spaß – und lehrreich ist es auch noch. Ich finde es auf jeden Fall echt klasse! Denn mein Erste-Hilfe Kurs für den Führerschein empfand ich als sehr trocken und eher langweilig, obwohl es eigentlich wirklich wichtig ist.

  5. Ich lese sehr gerne, was andere Leute (neben-)beruflich machen. Alle zwei Wochen einen Ersthelferkurs am Wochenende zu leisten stelle ich mir wirklich anstrengend vor, da muss man echt mit Herzblut bei der Sache sein.

  6. Blutspenden ist wirklich eine super Sache. Von der Berufsbezeichnung hab ich zwar bisher noch nichts gehört, klingt aber schon so interessant 😉

    1. Liebe Tina, danke für deinen Kommentar 🙂 Vor dem Interview habe ich von diesem Beruf auch noch nie gehört. Wahrscheinlich, weil es diesen Beruf so in der Schweiz nicht gibt.

    1. Liebe Annette, danke für deinen Kommentar 🙂 Dann wird die Blutspende in Deutschland ähnlich wie in der Schweiz gehandhabt. Es ist wirklich spannend, wie dies in verschiedenen Ländern gehandhabt wird.

  7. Davon habe ich noch nie gehört. Klingt aber nach einem sehr interessanten und gesellschaftlich wertvollen Beruf. Blutspenden ist wirklich total wichtig.

  8. Das war jetzt wirklich ein komplett neues Berufsbild für mich. Sicherlich ein interessanter und spannender Job, bei dem man viel verschiedenen Leute kennenlernt.
    Dass man mit einer App nachverfolgen kann, wo das Blut landet, finde ich echt gut.
    Generell brauchen wir mehr solcher Personen wie Angel, die sich „der Medizin verschreiben“. Das fängt schon bei Erster Hilfe an. Wer ist da noch auf dem aktuellen Stand?

    1. Liebe Tabea, danke für deinen Kommentar 🙂 Wahre Worte! Die Medizin ist in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig, trotzdem ist dieser berufliche Bereich nicht für alle etwas. Deine Frage zur ersten Hilfe ist sehr gut. Ich behaupte, dass viele Menschen keine Ahnung davon haben oder zumindest nicht mehr.

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