Student in Physiotherapie

Pascal, 17 Jahre alt aus Steffisburg, ist Student mit einem klaren Ziel.

Meine Wochentage richten sich hundertprozentig nach dem Stundenplan der Schule. Dadurch ist mein Alltag abwechslungsreich wegen unterschiedlichen Fächern und Lehrern und trotzdem jede Woche ähnlich. Aktuell besuche ich das dritte Jahr im Gymnasium und bin auf dem besten Weg mein berufliches Ziel zu erreichen.

Vor einem Jahr habe ich die obligatorische Schule abgeschlossen und direkt im 9. Schuljahr das erste gymnasiale Jahr absolviert. Nun habe ich noch zwei Jahre Gymnasium vor mir, wobei ich im Abschlussjahr meine Maturaarbeit schreiben und danach die Maturaprüfung absolvieren werde. Schon im Herbst 2019 werde ich dann auf die Berner Fachhochschule wechseln und im drei jährigen Studium, welches aus theoretischen und praktischen Blöcken besteht, und dem dazugehörenden 10-Monatigen Praktikum den Bachelor of Science in Physiotherapie erlangen.

Der Studienalltag unterscheidet sich in wesentlichen Punkten zur obligatorischen Schule. So darf ich schon im Gymnasium selbständiger arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen, was als optionale Vorbereitung für das spätere Leben dient. Öfter werden Themen nun auch in der Praxis angeschaut. Zum Beispiel, in Spezialwochen, Praktika oder bei Lernausflügen. Auch das Niveau hat sich spürbar verändert; Fachausdrücke sind nun Gang und Gäbe und die Schulstunde besteht vorwiegend aus Referaten durch die Lehrer und selbständiges Arbeiten. Aktivunterricht rückt in den Hintergrund.
Mein früherer Wunschberuf ist Lehrer gewesen, da ich beabsichtigt habe Kindern/Jugendlichen etwas mitzugeben. Jedoch wollte ich nicht auf eine Berufung beharren und noch andere Laufbahnen in Betracht ziehen. Nach einem Gespräch mit meiner Mutter habe ich mich entschieden, einen Blick in den Beruf des Physiotherapeuten zu werfen, da ich ein grosses Interesse am menschlichen Körper und vor allem an den verschiedenen Bewegungsabläufen habe und zusätzlich gerne massiere. Dazu arbeite ich gerne mit unterschiedlichsten Menschen zusammen und tue ihnen Gutes.

Am Schnuppertag durfte ich einen Bekannten meiner Mutter bei Kundenterminen in der Praxis und bei zusätzlichen Hausbesuchen begleiten. Der Tag hat mir so gut gefallen, dass ich meine Zukunftspläne geändert habe. Hätte ich jedoch keine Chance Physiotherapeut zu werden, so würde ich wohl ein Studium zum Oberstufenlehrer oder gar zum Lehrer fürs Gymnasium abschliessen.

Glücklicherweise fällt mir das Lernen im Allgemeinen eher leicht. Trotzdem gibt es Wochen, in denen ich für mehrere Prüfungen lernen muss und zusätzlich noch schriftliche Arbeiten und Hausaufgaben abgeben sollte. Diese Momente, in denen wenig Zeit für mich selbst bleibt, rauben mir jeweils die Freude am Studium und auch den Schlaf. Jedoch lasse ich mich nicht unterkriegen und packe eines nach dem anderen an. Ich halte mir sowohl in guten als auch in schlechteren Momenten vor Augen, wieso ich diesen Weg gehe und setze, wenn nötig, Prioritäten. Am Studium gibt es aber nicht nur negative Seiten, sondern auch ruhige Zeiten in denen alles nach Wunsch läuft.

Zukünftig möchte ich mich gerne mit einer eigenen Praxis selbständig machen und mir meinen eigenen Kundenkreis aufbauen, sobald ich nach der Ausbildung genug Erfahrungen im Beruf sammeln konnte. Zwar ist mir klar, dass dies kein einfacher Start werden wird, trotzdem möchte ich mein eigener Chef sein und meine Freizeit und Arbeit selber einteilen dürfen.

Schon während des Studiums kümmere ich mich um finanzielle Einnahmen. Um so selbständig wie möglich zu sein, verdiene ich mein Geld mit Nachhilfe in Französisch, sowie anderen Themen und arbeite bei einigen Anlässen mit. Daher habe ich schon mitgeholfen ein Konfirmationslager zu leiten oder war auf diversen Feten im Service tätig. Bald möchte ich mir auch eine Arbeitsstelle im Service suchen. Doch auch ich muss manchmal etwas knapper durch. So kann es auch vorkommen, dass ich gelegentlich meine Familie um Hilfe bitten muss.

Natürlich benötige ich ebenfalls einen Ausgleich. Aus diesem Grund gehe ich in meiner Freizeit den Hobbys singen, Klavier spielen, Gitarren spielen und Theater spielen nach. Ich bin Mitglied in einem Chor, spiele in zwei Bands und in diversen Theaterstücken mit. Zudem verbinde ich die Musik gerne mit Theater und habe dadurch auch schon bei Musicals mitgemacht. Das letzte war das Musical „Vogellisi“ von der Oberländer Märlibühni.

Ich bin überzeugt, dass mir mein zukünftiger Beruf nicht nur am Arbeitsplatz weiterhelfen wird, sondern auch Privat. Gerne werde ich meiner Familie und Freunden bei körperlichen Beschwerden zur Seite stehen und Menschen mit meinem gesammelten Wissen über den Körper weiterhelfen.

Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zu diesem beruflichen Ziel?

16 Gedanken zu „Student in Physiotherapie“

  1. Das ist spannend zu lesen … ich bin selber noch Studentin, obwohl ich schon etwas älter bin … anfangs war ich das nicht mit dem Herzen, inzwischen aber schon und gehe darin richtig auf 🙂

    1. Liebe Tina, herzlichen Dank für deinen Kommentar 🙂 Es freut mich sehr zu lesen, dass du das passende Studium ausgewählt hast und mittlerweile mit dem Herzen dabei bist.

  2. Wow. Ich bin richtig begeistert wie versiert du schon bist. Mit 17 hatte ich auch eine spezielle Vorstellung von meinem Traumberuf. Aber weil ich den erst hätte lernen können, wenn ich Volljährig wäre, schlug ich einen anderen Weg ein. Heute mache ich was ganz anderes.
    Aber dir wünsche ich viel Erfolg, bin mir aber sehr sicher, dass du deinen Weg machen wirst.

    1. Liebe Mo, danke für deinen Kommentar 🙂 Ich hoffe dir gefällt der eingeschlagene berufliche Weg auch gut und trauerst deinem „Traumberuf“ nicht all zu fest hinterher

  3. Das finde ich richtig cool, in dem Alter schon so ein Plan vom Leben zu haben mit 17 wusste ich noch nicht im Ansatz was mal aus mir werden soll nur „irgendwas mit Sprachen“. Das g8 System zwingt die Jugend allerdings auch dazu, sich früher zu entscheiden.

    1. Liebe Wioleta, herzlichen Dank für deinen Kommentar 🙂 Ja, die heutige Jugend muss sich sehr früh entscheiden, was meiner Meinung nach nicht einfach ist. Auch ich hatte meine Schwierigkeiten.

  4. Sehr coole Einstellung und wahnsinn, wenn man so genau weiß wo man hin will! Das find ich wirklich klasse und wünsche dir alles gute dabei.

  5. Jaja das liebe Studentenleben sagt man doch immer, bisschen in der Uni sitzen, viel Freizeit und Ferien… also ich kann denn Beitrag nur zustimmen, auch ich hab deutlich mehr Stunden am Tag etwas für die Uni gemacht als das ich jetzt arbeite.
    Denn wenn ich heute aus dem Büro gehe habe ich Feierabend, das war früher nicht so. Außerdem hatte ich immer einen 400€ Job und die Semesterferien habe ich Vollzeit gearbeitet.

    Student sein ist gar nicht so einfach 🙂

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