Filmschaffender

Fabian, 31 Jahre alt, arbeitet in Bern als Filmschaffender mit Spezialisierung zum Kameramann und Colorgrader.

Mein Herz hat schon immer für die Aufzeichnung und Bearbeitung von Bildern und Filmen geschlagen, weshalb ich als Einstieg in mein Berufsleben eine Ausbildung zum Polygrafen abgeschlossen habe. Als solcher habe ich die Layoutgestaltung von verschiedenen Print- und Screenmedien, wie etwa Zeitungen, Magazine und Flyer mit Texten, Bildern und Grafiken, sowie deren Druckvorbereitung zu meinen Verantwortungen gezählt. Um mich weiterzuentwickeln und mein Hobby, das Filmen, auch beruflich ausleben zu können, habe ich mich nach einigen Jahren an der Fachhochschule für Design und Kunst in Luzern beworben, wo ich eine dreijährige Ausbildung im Filmbereich angetreten habe. In der Ausbildung habe ich hauptsächlich das praktische Anwenden von Filmtechniken rund um das Filmemachen gelernt. Das ist ein breites Feld, welches finanzielle, organisatorische, künstlerische und technische Aspekte beinhaltet. Mein Abschlussprojekt habe ich mit der Vertiefung als Kameramann und Colorgrader abgeschlossen.

Nach meinem Studium habe ich bei einer Filmproduktionsfirma in Biel gearbeitet. Dort konnte ich meine Kenntnisse, was das Filmen, die Technik und das Geschichten erzählen anbelangt, vertiefen. Nach einiger Zeit habe ich mich dann entschieden, mich selbständig zu machen, um öfters im Raum Bern arbeiten zu können und mehr Zeit in mein Spezialgebiet, der Kameraführung und dem Colorgrading zu investieren. Bevor ich die Einzelfirma FABUST gegründet habe, habe ich einen Businessplan erarbeitet und meine Angebote definiert. Ich denke, dass mein erstes Jahr auch dank diesen guten Vorbereitungen so erfolgreich verlaufen ist.
Bei der Arbeit

Abgestimmt auf die Bedürfnisse meiner Kunden, welches etwa Filmproduktionen, Firmen, Institutionen, Agenturen und Einzelpersonen sind, biete ich heute diverse Dienstleistungen an. Somit gestalten sich meine Arbeitstage sehr individuell. An manchen Tagen bin ich schweizweit unterwegs und an anderen lasse ich meine Kreativität im Büro walten. Ich arbeite montags bis freitags mit Ausnahme vom Donnerstag und setze mich ab und zu auch an Samstagen oder an Abenden hinter die Verwirklichung verschiedener Filmprojekte. Zum einen übernehme ich Aufträge, bei welchen ich nur als Kameramann oder Colorgrader fungiere und zum anderen vollständige Projekte von A bis Z, welche zwischen einem Tag und einem Jahr anhalten können. Für diese Projekte schaffe ich stets eine Konzeption aus Ideen, Recherchen, Abklärungen sowie Vereinbarungen, denn ein guter Film entsteht in erster Linie durch eine gute Vorbereitung und einen packenden Inhalt. Aufbauend nehme ich die Dreharbeiten der Interviews, Portraits, Image- und Werbefilme in Angriff. Die bewegten Bilder werden darauffolgend geschnitten, die Tonqualität bearbeitet und mit Musik ergänzt. Ein weiterer wichtiger Aspekt bildet das Colorgrading, auch Farbkorrektur genannt, wofür ich mich in einen speziell dafür eingerichteten Raum zurückziehe. Dabei werden die verschiedenen Filmszenen farblich und lichttechnisch aufeinander angepasst, entscheidende Filmausschnitte hervorgehoben und passende Stimmungen durch das Verändern der Farben geschaffen. Die fertigen Filme gibt es schlussendlich im Internet, im Fernseher, an Festivals oder intern bei den Auftraggebern zu bestaunen, was ohne Zweifel Stolz und Freude in mir auslöst. Mir ist es wichtig, mich stetig weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund habe ich dieses Jahr an einer Weiterbildung im Bereich Colorgrading in London teilgenommen.

Als Seitenprojekt betreibe ich mit einem Kollegen, welcher als Software Entwickler arbeitet, eine Internetseite namens cine.equipment. Ziel ist es, eine Plattform zur Vermietung von Filmequipment durch Firmen und Privatpersonen aufzubauen.

Der Beruf des Kameramannes und Colorgrader verlangt zum einen viel Eigenverantwortung und selbständiges Arbeiten und zum andern eben auch kundenorientiertes Denken wie auch Teamgeist. Während meiner Arbeit stehe ich je nach Projekt in laufendem Kontakt mit Filmproduzenten, Drehbuchschreibern, Schauspielern, Assistenten sowie weiteren Filmschaffenden aus unterschiedlichsten Bereichen. Konkurrenz sehe ich in meinem Beruf daher nicht als zentraler Punkt. Ich empfinde es als inspirierend in einem grösseren Team zu arbeiten, mit welchem Ideen diskutiert und weitergesponnen werden können. Mich faszinieren die kreativen Möglichkeiten sowie die Abwechslung und der Zugang zu diversen Projekten, welche durch die Arbeit mit verschiedensten Menschen wie auch unterschiedlichstem Equipment entstehen. Um die Filme ins richtige Licht zu rücken, greife ich je nach Arbeitsschritt auf verschiedene Hilfsmittel zurück. So verwende ich beispielsweise einen leistungsstarken Computer, diverse Kameras, Mikrofone sowie spezielle Beleuchtungsmöglichkeiten.

Müsste ich mich für einen anderen Beruf entscheiden, würde ich mir auch wieder einen Job mit intensivem Menschenkontakt suchen. Jedoch zähle ich meinen jetzigen Beruf neben meiner Familie, Kollegen, fotografieren, Ausflügen unternehmen und Gartenarbeit ebenfalls zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen, was mir die Auswahl meiner beruflichen Tätigkeit bestätigt. Die abgeschlossene Ausbildung würde ich also auch heute jederzeit wieder antreten.

Weitere Informationen:

Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf des Filmschaffenden / der Filmschaffenden?

14 Gedanken zu „Filmschaffender“

  1. Das klingt sehr spannend! Ich finde diese Branche ja überhaupt sehr interessant und lese gerne alles über Berufe, die mit Film, Musik und Medien zu tun haben <3

  2. Ich finde immer, es gibt nichts schlimmeres als Colergrading! Ich hasse das an meinem Beruf. Und ich beneide die Leute, die Talent dafür haben und es gerne machen. Vor allem die, die das nur machen!

  3. Der Job als liebste Freizeitbeschäftigung – was will man mehr!
    Sicher sind da richtig schöne Projekte dabei, bei denen man kreativ werden und seine Ideen ausleben kann. Nur die Arbeit an eher stumpfen Werbefilmen würde mich wahrscheinlich abnerven… Auch wenn’s natürlich dazugehört.

    1. Liebe Zoë, danke für deinen Kommentar 🙂 Ich finde es auch grossartig, wenn der Beruf als liebste Freizeitbeschäftigung gezählt werden kann. Ich denke, in jedem Beruf gibt es coole und unbeliebtere Arbeiten.

  4. Wenn jemand seinen Beruf zu seinen liebsten Freizeitbeschäftigungen zählt muss er schon die richtige Wahl getroffen haben. Ich verstehe dass er gerne mit Menschen arbeitet. Könnte auch nicht alleine vor mich hin arbeiten. Finde die Serie total super.

  5. Sehr interessante Geschichte. Dinge Aufnehmen und später bearbeiten macht mir auch sehr viel Spaß. Wir haben zwar nur einen kleinen YouTube-Kanal aber können uns dort auch etwas ausleben.

    1. Lieber Steffen, danke für deinen Kommentar 🙂 Schön, dass du deine Freude am Aufnehmen und Bearbeiten bei deinem YouTube-Kanal ausleben kannst. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg

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