Hundetrainerin

Karin, 46 Jahre alt, ist Inhaberin der Firma hundum-wohl mit Geschäftssitz in Steffisburg. Sie ist nebenberuflich zertifizierte Hundetrainerin mit Herz für Tier und Mensch.

Ich bin diplomierte Sozialpädagogin FH und arbeite hauptberuflich als Schulsozialarbeiterin. Nebenberuflich habe ich mich mit meinem Shop hundum-wohl und als Hundetrainerin selbständig gemacht.

Ich pflege zu sagen, der Hund sei die beste Erfindung auf dieser Welt – direkt nach der Waschmaschine versteht sich. Im Ernst: Ich liebe Hunde! Hunde haben sich zum besten Freund des Menschen weiterentwickelt, welche sich freuen mit uns zusammen zu sein und dies auch zeigen. Ich bin davon überzeugt, dass wir Menschen von den Vierbeinern genau so viel lernen können wie sie von uns.

Die Tage, an denen ich als Hundetrainerin tätig bin, laufen sehr verschieden ab. Ich biete vor allem Privatunterricht an. Dabei begegnen mir verschiedenste unerwünschte Verhalten wie zum Beispiel an der Leine ziehen, Jagdverhalten oder Leinenaggression gegenüber anderen Hunden. Je nach Fall unterscheidet sich mein Vorgehen. Ich setze jedoch auf die positive Verstärkung, also das Belohnen von erwünschtem Verhalten. Bei Befürchtungen, dass der Hund dadurch zu oft belohnt wird, kann ich beruhigend erklären: Ein Hund belohnt sich laufend selber. So zählt für den Vierbeiner schon ein genervtes «Nein» oder «Aus» zu einer ,Belohnung’ in Form von Aufmerksamkeit seines Menschen und führt zu einer Verstärkung des unerwünschten Bellens oder eines anderen unterwünschten Verhaltens. Deshalb macht es Sinn, dass ich mich als Mensch einbringe und erwünschtem Verhalten mehr Gewicht gebe. In den Privatlektionen kann ich mich dem Tempo der einzelnen Hunde und deren Menschen anpassen. Es geht nicht immer darum, das unerwünschte Verhalten wegzutrainieren, sondern manchmal auch darum ein Verständnis für ganz normales Hundeverhalten zu schaffen. Normalerweise mache ich pro Tag höchstens zwei Termine ab, also einen am Morgen und einen am Nachmittag. Dadurch kann ich mir genügend Zeit für die Kunden sowie für die Vor- und Nachbearbeitungen der Lektionen nehmen. Wichtig im Kontakt mit meinen Kunden ist mir zudem, sie für allfällige Gewalt gegenüber ihrem Hund zu sensibilisieren. Dazu zähle ich Schreckreize, Leinenruck oder andere angst- und/oder schmerzauslösende Handlungen. Ich bin mir bewusst, dass die wenigsten Hundebesitzer ein Hundeleben lang zu meinen Kunden gehören, sondern auch mal einen anderen Hundetrainer aufsuchen. Meine Kunden sollen in der Lage sein, festzustellen, ob der aufgesuchte Trainer mit fairen und hundegerechten Mitteln arbeitet, um ihren Hund allenfalls zu schützen.

Seit meinem 5. Lebensjahr bin ich immer wieder in Kontakt mit den treuen Vierbeinern und bin als Kind vor allem mit Hunden aus der Nachbarschaft spazieren gegangen. Mit etwa 20 Jahren habe ich meinem ersten Hund ein Zuhause gewährt und habe daraufhin die Auffangstation des regionalen Tierschutzvereins mit vielen Hunden und Katzen aufgebaut. Schon damals habe ich Hundekurse geleitet. Ich wollte es jedoch genauer wissen, als mein jetziger Mischling zu mir gekommen ist. Mit dem bisher Gelernten bin ich bei ihm nicht weitergekommen. Nach einem Wochenend-Kurs mit dem Markersignal im Alltag habe ich mich direkt entschieden, die einjährige Ausbildung zur Hundetrainerin bei cumcane familiari zu absolvieren und meinen Wissensstand zu erweitern. Ich habe eine Ausbildung ausgewählt, in der gelehrt wird, auf die Bedürfnisse der Hunde einzugehen und dies basierend auf den neusten wissenschaftlichen Studien der Lerntheorie. Der Inhalt ist in verschiedenen Modulen übermittelt worden. Einige sind mit und andere ohne Hund abgelaufen. Ich kann diese Ausbildung nur weiterempfehlen.

Da ich den Shop, in welchem ich qualitativ hochwertiges Futter, von BARF bis Trockenfutter und Kauartikel, verkaufe schon vorher geführt habe, hat es keine Startschwierigkeiten in Sachen Hundeschule gegeben, da bereits viele Kontakte bestanden sind.

Hunderassen haben eigene Ausprägungen. So hat zum Beispiel ein Husky mehr Bewegungsdrang als ein kleiner Mops. Ungenügende Einholung von Informationen über die Bedürfnisse der gewünschten Hunderasse kann daher zu Überforderung führen. Kann ein Hund seine (rassebedingten) Bedürfnisse nicht ausleben, kann dies zu unerwünschtem Verhalten führen. Weitere Ursachen für die Entstehung von unerwünschtem Verhalten können Bestrafung, unbewusstes Belohnen, nicht artgerechte Haltung, geistige und körperliche Über- oder Unterforderung des Hundes oder auch körperliche Beschwerden und Traumata sein.

An meiner Arbeit gefällt mir, dass ich die Chance habe etwas zu verändern. Erfolge meiner Kunden und deren Vierbeiner verschönern meinen Alltag. Zu sehen, wie Menschen und ihre Hunde kooperieren und die Besitzer das Tier mit allen Ecken und Kanten akzeptieren, freut mich jedes Mal. Schwierige Momente sind für mich, wenn es mir nicht gelingt, die Faszination für die positive Verstärkung in der Hundeerziehung zu wecken.

Mein Lieblingstier ist ganz klar der Hund. Ich stehe auf grosse, kurzhaarige Hunde mit riesigen Stehohren. Mein absoluter Lieblingshund ist mein eigener Mischling namens Lenny. In meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit mit ihm. Daneben lese ich gerne, unterhalte mich mit Freunden, koche für sie und mache Kurztrips. Ich interessiere mich für Kommunikation im Allgemeinen.

Folgende Zitate von Heinz Rühmann und von Dr. Ute Blaschke-Berthold bringen für mich wichtige Grundsätze auf den Punkt:

«Natürlich kann man ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht.» Heinz Rühmann

«Wer sagt, dass zuverlässiges Verhalten bei diesem oder jenem Hund nicht ohne Strafe erreichbar ist, sagt nichts über den Hund aus, sondern beschreibt erst einmal seine eigenen Fähigkeiten.» Dr. Ute Blaschke-Berthold

Weitere Informationen:

Meine Fragen an dich:

– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf der Hundetrainerin / des Hundetrainers?

8 Gedanken zu „Hundetrainerin“

  1. Hundetraining geht ja irgendwie weitgehend über Kommunikation. Für unsere Miez gibt es zwar kein spezielles Training, aber die Kommunikation zwischen uns funktioniert prächtig. Ich verstehe immer genau, was sie sagen möchte und erfülle ihr dann den Wunsch. Zum Beispiel Balkontüre öffnen, mich als Sprungbrett zur Verfügung stellen, Leckerlis geben oder mit ihr spielen, wenn sie das möchte. Ich glaube, sie hat ihren Dosenöffner perfekt dressiert!

  2. Ich finde es immer wieder beeindruckend, was man alles beim Hundetraining beachten muss. Es ist für mich sehr schwierig, unseren Hund zu erziehen und ich komme oft an meine Grenzen.

    1. Liebe Anja, danke für deinen Kommentar 🙂 Das verstehe ich sehr gut. Die Hunde haben ja auch ihren eigenen Kopf. Ich finde es aber bemerkenswert, was man mit hartem Training alles erreichen kann.

  3. Interessanter Beitrag! Arg, dass es in der Ausbildung/Zertifizierung einen so großen Unterschied gibt. Für mich als Hundebesitzerin wirklich gut zu wissen. Da werde ich künftig besser hinsehen!

    1. Liebe Doris, danke für deinen Kommentar 🙂 Ich fand diesen Unterschied auch „krass“ und finde diese Information wirklich wichtig. Ich hoffe somit, dass dir das Lesen dieses Beitrags auch einen Mehrwert erbracht hat.

    1. Liebe Verena, herzlichen Dank für deinen Kommentar 🙂 Dafür hast du ganz sicher andere Qualitäten. Ich finde es auch super, wenn man einen Beruf ausüben kann, der einem Spass macht.

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