Microblading- artistin und Naildesignerin (Kosmetikerin)

Olivia, 30 Jahre alt mit Wohn- und Arbeitsort in der Thuner Innenstadt, hat sich beim zweiten beruflichen Anlauf als Microbladingartistin und Naildesignerin im kosmetischen Bereich eine Existenz aufgebaut. 

In der Vergangenheit hat es eine Zeit gegeben, in welcher ich ohne nennenswerte Ziele gelebt habe. Aus privaten Gründen musste ich damals die Lehre zur Innendekorateurin abbrechen und mir über mein Berufsleben neu klar werden. Vergangenheit ist Vergangenheit! Heute bin ich erfolgreich in der Kosmetikbranche tätig und glücklicher denn je. Von den positiven Feedbacks angetrieben, gehe ich meiner Arbeit mit Leidenschaft nach.

Kosmetik verschönert nicht nur das Körperäussere, sondern steigert ebenfalls das Lebensgefühl und das Wohlbefinden. Dieser Aspekt gefällt mir an kosmetischen Behandlungen am meisten. In der heutigen Gesellschaft sollte meiner Meinung nach zunehmend Wert auf das gesamthafte Wohlergehen und die innere Schönheit, den Charakter, gelegt werden, anstatt auf die reine äussere Wirkung.

Die (Schönheits)pflege beinhaltet ein breitgefächertes Feld an diversen Angeboten. Aufgrund der Vielfältigkeit und den Möglichkeiten, sowohl in einem festen Arbeitsverhältnis als auch freiberuflich tätig zu sein, ist die Konkurrenz recht gross. Ich habe mich daher entschieden, keine Angebote nach dem Motto «alles und trotzdem nichts» anzubieten. Vielmehr habe ich mich in den Bereichen Microblading und Naildesign, Maniküre und Pediküre, spezialisiert. Microblading ist eine manuelle Methode des Permanent Make Up. Eingesetzt wird diese Technik vorwiegend für die Augenbrauen-Härchenzeichnung, wobei Farbpigmente mit feinen Nadeln, sogenannten Blades, manuell in die Haut gearbeitet werden.

Nichts bleibt für immer bestehen. So sind auch Schönheitsideale und Mode sowie meine Arbeitstechniken im stetigen Wandel. Die Möglichkeit besteht, dass ich meine Angebote und Kenntnisse bei veränderter Nachfrage anpassen muss. Eine Kosmetikerin im Allgemeinen sollte also nicht nur freundlich, geduldig, zielstrebig, ehrgeizig, genau, konzentriert und kreativ sein, sondern auch offen für plötzliche Veränderungen. Um gerade auch meine Arbeitstechniken auf dem neusten Stand zu halten, besuche ich regelmässig Weiterbildungen und übe das Naildesign auch an meinen eigenen Händen bzw. Füssen.

Meine Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Samstag von circa 09.00 Uhr bis 18.30 Uhr. Meine Angebote werden vorwiegend von Frauen in jedem erdenklichen Alter geschätzt. Die jüngsten Kunden sind 16 Jahre alt und die älteste geniesst schon ihr 78. Lebensjahr. Am Tag empfange ich mehrere Klienten, welche zwischen eineinhalb und drei Stunden in meiner Praxis verweilen. Die Kunden besuchen mich normalerweise regelmässig, denn die Maniküre und Pediküre muss ungefähr alle vier Wochen erneuert werden und das Microblading muss nach vier Wochen sowie je nach Hauttyp nach ein bis zwei Jahren nachgestochen werden. Nach 18.30 Uhr ist mein Arbeitstag noch lange nicht zu Ende. Ab und zu muss ich mich der Buchhaltung widmen und mich täglich via Social Media um die «Werbung» kümmern. So poste ich jeweils Bilder und Videos von meinen geschaffenen Werken, teile Kundenfeedbacks und Erlebnisse oder kündige Aktionen wie auch Abwesenheiten an.

In meiner freien Zeit ist mir das Gleichgewicht zwischen «Zeit für Freunde, Zeit für Familie und Zeit für mich selber» enorm wichtig. Meine Hobbys sind Lesen, Joggen, Reisen und das Umgestalten bzw. Dekorieren meiner Wohnung. Die Innendekoration ist nun halt eine private Leidenschaft von mir. Müsste ich mein Tun in der Kosmetikbranche aufgeben, würde ich mit Sicherheit dafür kämpfen, die Ausbildung zur Innendekorateurin abschliessen zu können und anschliessend allenfalls eine Weiterbildung zur Innenarchitektin machen. Das heisst jedoch nicht, dass ich meine jetzige Tätigkeit aufgeben möchte. Im Gegenteil, auch bei einem Neuanfang würde ich die Kosmetikschule erneut in Erwägung ziehen.

Die einjährige Intensivausbildung zur Kosmetikerin inklusive Naildesignerin habe ich an der Faces – Fachschule für Kosmetik in Bern absolviert, von welcher ich in einer Zeitung erfahren habe. Zum einen durfte ich Kenntnisse in theoretischen Themenbereichen, wie etwa Anatomie, Dermatologie, Nagel-Anatomie, Kosmetologie, Hygiene, Verkauf und Beratung sowie Buchhaltung erlangen und zum anderen die praktische Anwendung von Gesichts- und Körperbehandlungen, Hautanalysen, Hautreinigungen, Färbung von Wimpern und Brauen, Haarentfernung mit Wachs wie auch Nail Art üben. Nach dem Bestehen einer theoretischen und praktischen Abschlussprüfung und der Abgabe einer Diplomarbeit, welche ich unter dem Titel «Ich mache mich selbständig» verfasst habe, wurde mir ein international anerkanntes Diplom ausgehändigt. Meine Abschlussarbeit hat mir als Grundlage für meinen effektiven Eintritt in die Selbständigkeit gedient. Dieser grosse Schritt im Berufsleben erfordert grossen Mut und Durchhaltevermögen. In den Massen von Anbietern herauszustechen ist nämlich nicht ganz einfach. Trotzdem habe ich nie aufgegeben, auch wenn ich zu Beginn im Verhältnis für wenig Geld extrem viel gearbeitet habe. Noch heute gibt es schwierige Zeiten. Ich bin aber eine Kämpfernatur und werde auch in solchen Momenten nicht aufgeben, denn ich durfte schon viele Erfolgsmomente erleben. Erfolge, wie zum Beispiel die Anerkennung von zufriedenen sowie dankbaren Kunden und das eindrucksvolle Erlebnis Lauryn Hill von der Band FUGEES vor ihrem Auftritt am Gurtenfestival 2019 die Nägel verschönern zu dürfen.

Ich bin stolz auf mich und lege meinen Mitmenschen ans Herz, für Träume stets zu kämpfen und nie aufzugeben. Mein Spruch: Dream Big, work hard, stay focused and surround yourself with good people. This is the secret of success.

Weitere Informationen:
Facebook J’adore by Olivia Staniec


Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf der Kosmetikerin / des Kosmetikers?

3 Gedanken zu „Microblading- artistin und Naildesignerin (Kosmetikerin)“

  1. Liebe Petra,

    vielen Dank, dass du wieder so einen interessanten Beruf vorgestellt hast. Auch ein großes Danke an Olivia, die so spannend von ihrem Beruf berichtet hat. Microblading hat mir gar nichts gesagt und ich bin wirklich erstaunt, was es alles gibt. Ich selbst habe noch nie so einen Salon aufgesucht. Aber das heißt ja nicht, dass ich das nicht auch mal in Zukunft machen werde.

    Liebe Grüße,
    Mo

  2. Huhu,

    ziemlich umfassend dieses Arbeitsgebiet. War mir vorher nicht bewusst. Sicherlich muss man auch etwas kreativ sein. Für mich wäre es nichts, aber jeder mag andere Dinge. Schön, das sie da so aufgeht 🙂

    LG
    Steffi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.