Kauffrau

Luisa*, 20 Jahre alt und wohnhaft in der Nähe von Thun, nutzt die gute Grundausbildung als Kauffrau, um ihr berufliches Ziel zu erreichen.

Die Ausbildung zur Kauffrau gilt allgemein als gute Grundausbildung, da nach abgeschlossener Lehre vielseitige Spezialisierungs-, Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bestehen. So bietet die kaufmännische Ausbildung eine gute Grundlage für den Start in ein Studium oder eine höhere Position innerhalb eines Unternehmens.

Kauffrauen arbeiten in einem Büro und gehen abwechslungsreichen Tätigkeiten nach, welche je nach Branche, Unternehmen und Abteilung variieren. Insgesamt bieten sich für die Arbeit als Kauffrau 21 verschiedene Branchen, wie beispielsweise die öffentliche Verwaltung, der öffentliche Verkehr und das Bankwesen.

Auch ich habe die kaufmännische Lehre aufgrund der guten Grundlage abgeschlossen. Während drei Jahren konnte ich in meiner Ausbildung neues Wissen erlangen, welches es mir im heutigen Berufsalltag ermöglicht, kompetent und kundenorientiert zu handeln. Pro Woche habe ich an zwei Tagen, beziehungsweise einem Tag im dritten Lehrjahr, die Schulbank gedrückt, wo mir theoretisches Wissen in den Bereichen Informatik, Sprachen, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Rechnungswesen vermittelt worden ist. An den restlichen Tagen konnte ich das Erlernte an meinem Lehrplatz, einer Gemeindeverwaltung, in die Praxis umsetzen. Um zahlreiche Erfahrungen zu sammeln, habe ich in meiner Lehrzeit regelmässig die Abteilungen gewechselt, wobei ich einen Einblick in ungefähr sechs Bereiche erhalten habe.

Heute bin ich in einem Pensum von 50 % bei der gleichen Gemeindeverwaltung angestellt. Mir gefällt die Vielfältigkeit, die durch die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Abteilungen und durch den intensiven Kundenkontakt entsteht. Als am schönsten empfinde ich, wenn Kunden und Mitarbeitende ihre Dankbarkeit für die geleistete Arbeit offen zeigen.

Tätig bin ich hauptsächlich im Einwohnerdienst, wo ich unter anderem für die Bearbeitung von An- und Abmeldungen von Schweizern und Ausländern, die Stimmregisterführung, die Erfassung von Referenden und Initiativen sowie allgemeine Schaltertätigkeiten und Telefonauskünfte zuständig bin.
Zusätzlich helfe ich aktuell in anderen Abteilungen aus. So beispielsweise im Bereich Bau, in welchem die Erfassung von Baugesuchen zu einer der wichtigeren Aufgaben gehört.

Neben meiner Tätigkeit als Kauffrau besuche ich an zwei Tagen in der Woche die Schule, welche es mir diesen Sommer ermöglicht, meine Berufsmaturität mit der Fachrichtung Soziales abzuschliessen.

Trotz des Vorurteils, ein Büroalltag wäre eintönig und langweilig, vergehen meine Arbeitstage wie im Fluge. Dank des täglichen Kundenkontakts und den verschiedensten Aufträgen gestaltet sich mein Tagesablauf unterschiedlich und daher interessant: Um 07:30 Uhr nehme ich meine Arbeit auf. Morgens gehört sicherlich die Postbearbeitung zu meinen Hauptaufgaben. Bis zur Mittagspause gehe ich dann den unterschiedlichsten Tätigkeiten nach.

Die Zeiten meiner Mittagspause sind nicht fix vorgegeben, weshalb ich je nach Arbeitsbelastung eine Stunde von 12:15 Uhr bis 13:15 Uhr oder nur eine halbe Stunde beanspruche. Nachmittags setze ich mich erneut hinter die begonnenen Arbeiten und nehme, wie morgens auch, laufend neue Aufträge entgegen. Somit sind eine gute Planung und die Setzung von Prioritäten in meinem Beruf unentbehrlich. Andernfalls würde ich den Überblick über Termine und Arbeitsmenge bald verlieren. Auch der Zeitpunkt meines hoffentlich wohlverdienten Feierabends richtet sich nach meiner Arbeitsbelastung. Gewöhnlich verabschiede ich mich gegen 17:30 Uhr von meinen Arbeitskollegen und fahre Richtung Thun.

Obwohl mir die Arbeit im kaufmännischen Bereich gefällt, erfüllt sie mich nicht, weshalb mich mein berufliches Ziel auf einen anderen Weg führt. Schon seit meiner Kindheit habe ich mich, wegen eines Familienmitglieds mit Handicap, für die Arbeit mit Menschen, welche intensivere Betreuung benötigen, interessiert. Daher habe ich mich entschlossen die Ausbildung zur Heilpädagogin in Angriff zu nehmen. Als ausgelernte Heilpädagogin werde ich eine Klasse von circa sechs bis sieben Schülern betreuen und sie auf Ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleiten.

Schon diesen Sommer darf ich mit einem einjährigen Praktikum an einer heilpädagogischen Schule die spannende Ausbildung antreten. Im Anschluss werde ich die Passerelle in Angriff nehmen, welche mich zur Aufnahme an einer universitären Hochschule berechtigt, an welcher ich das dreijährige Bachelor und zusätzlich das zweijährige Master Studium im Bereich schulische Heilpädagogik abschliessen werde.

Die kaufmännische Ausbildung bringt mich nicht nur meinem beruflichen Ziel näher, sondern hilft mir auch im Privaten weiter. So beispielsweise durch das nützliche Zehnfingersystem, die erhaltenen Kenntnissen über verschiedenste Programme, wie Word, Excel, PowerPoint und durch das vertiefe Wissen übers Briefeschreiben. Zusätzlich haben mich auch die Kenntnisse in den Themen Steuererklärung, Recht und Finanzen schon öfters weitergebracht.

Neben schönen Momenten habe ich in meinem Beruf auch schon unangenehme Situationen erlebt. So begegnen mir ab und zu undankbare Kunden, von welchen ich mir einige grundlose Beleidigungen gefallen lassen und etliche Arten von Beschwerden entgegennehmen muss.

Gute und schlechte, beziehungsweise unangenehme Momente gehören zu unserem Leben. Ich würde die gleiche Ausbildung nochmals absolvieren, da ich viele Erfahrungen sammeln konnte und an Selbstsicherheit gewonnen habe. Andernfalls würde ich wohl eine Lehre zur Fachfrau Betreuung abschliessen und diese als Grundlage für mein zukünftiges Studium nutzen.

Muss ich nicht arbeiten, die Schule besuchen, Hausaufgaben machen oder lernen, powere ich mich gerne beim Zumba und Line Dance aus. Eine meiner Leidenschaften ist zudem das Reiten. Jedoch kann ich dieser wegen eines schlimmen Sturzes vom Pferderücken momentan nicht mehr nachgehen. Ausserdem entdecke ich in meinen Ferien sehr gerne neue Länder und Städte, weshalb ich zu einem späteren Zeitpunkt für mehrere Monate auf Reisen gehen möchte.

Privat verfolge ich das Ziel, glücklich zu sein, ohne von anderen Menschen und materiellen Gegenständen abhängig zu sein.

Gerne motiviere ich mich mit dem Spruch «When nothing goes right, go left», denn jeder kann den eigenen Weg finden, aufgeben ist keine Option.

*Name geändert.

Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf der Kauffrau / des Kaufmanns?

8 Gedanken zu „Kauffrau“

  1. Büroberufe haben viele Vorurteile aber letztlich würden unsere Chefs doch ohne die Büromitarbeiter nichts sein. Ich habe selber Steuerfachangestellte gelernt und weiß über den Büroalltag. Ich habe danach studiert und arbeite jetzt beim Ingenieurdienstleister. Mich hat die Ausbildung echt viel gebracht!

    Danke für die Erinnerung an den Ursprung und die Wichtigkeit von diesem Beruf

    1. Liebe Julia, danke für deinen Kommentar 🙂 Schön, dass du deine Erfahrungen hier teilst. Eine kaufmännische Lehre bietet wirklich eine gute Basis. Ich habe selber eine solche Ausbildung gemacht und arbeite noch heute auf diesem Gebiet. Wer weiss, wohin mich mein beruflicher Weg noch bringt

    1. Liebe Annette, herzlichen Dank für deinen Kommentar 🙂 Da ich diesen Beruf selber ausführe, kann ich bestätigen: Die Tätigkeiten einer Kauffrau sind wirklich nicht langweilig

  2. Ich selbst habe den Beruf der Industriekauffrau gelernt und kann nur sagen, dass es kaum einen vielfältigeren Beruf gibt, den man erlernen kann! Wir durchlaufen wahnsinnig viele Abteilungen und kennen die Betriebe aus sehr vielen Blickrichtungen. Das ermöglicht einem später beinahe die komplette Berufswahl im Büro. Nach meiner Ausbildung war ich Assistentin der Abteilungsleitung der Projektabteilung. Ich hatte also sowohl Aufgaben der Assistenz als auch des Vertriebs von riesigen Anlagen. Das war immer sehr spannend!

    1. Liebe Wioleta, danke für deinen Kommentar 🙂 Schön, dass du deine Erfahrungen hier teilst. Auch ich habe eine kaufmännische Ausbildung absolviert und bin daher ganz deiner Meinung. Abwechslungsreicher könnte dieser Beruf wohl überhaupt nicht sein.

  3. Ich denke der Beruf der Kauffrau ist durchaus eine solide Basis mit der man später einiges erreichen kann. Einige meiner ehemaligen Schulfreundinnen sind diesen Weg der Ausbildung vor über 10 Jahren gegangen. Ich selbst hingegen habe etwas anderes gelernt. Heutzutage finde ich es aber sehr gut, dass man trotz abgeschlossener Berufsausbildung in größeren Betrieben auch Berufe ausüben kann die man nicht gelernt hat, ein sogenannter Quereinsteiger ist. Auch finde ich es sehr gut, dass man privat mittlerweile viele Aus- und Fortbildungen nebenbei machen kann um sich weiter zu qualifizieren. Wie bereits im Beitrag erwähnt wurde: niemand muss unglücklich dem Beruf nachgehen den er einst gewählt hat.

    1. Liebe Eileen, herzlichen Dank für deinen Kommentar 🙂 Die Möglichkeiten an Ausbildungen sind heutzutage wirklich sehr gut. Wichtig ist, herauszufinden welcher berufliche Weg zu einem passen würde und welche beruflichen Ziele man erreichen möchte. Ich wünsche wirklich jedem, den eigenen Traumberuf zu finden und ausführen zu können

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