Metallbauer

Daniel, 30 Jahre alt, ist angelernter Metallbauer aus Riggisberg, mit einer Vorliebe fürs Fotografieren.

Mein Arbeitstag gestaltet sich sehr abwechslungsreich, da ein Metallbauer so gut wie alles aus Metall, Aluminium und Chromstahl kreiert, dass beispielsweise zum Hausbau verwendet wird. Gemeint sind unter anderem Stahlbau-Konstruktionen, Vordächer, Unterstände, Treppen und Geländer. Auch ich habe schon etliche verschiedene Metallbauten mit den unterschiedlichsten Maschinen und Werkzeugen geschaffen. Darunter auch ein Stahlbau für ein Autohaus in Gstaad, der ungefähr 60 Tonnen wog. In meinem Beruf benutzen wir vor allem grosse Geräte, wie Kreissägen und Stahlsägen. Zudem bieten einige externe Firmen das Zuschneiden mit Lasern an.

Als Kind habe ich mit meiner Familie auf einem Bauernhof gewohnt. Mein Vater, der ursprünglich Landmaschinenmechaniker gelernt hat, hat fast alles auf dem Hof selber repariert und mich so oft wie möglich helfen lassen. Schon damals hat mich die Arbeit mit Metall fasziniert, weshalb ich mich schlussendlich dazu entschieden habe, eine zweijährige Anlehre zum Metallbauer zu absolvieren. Dazu habe ich mich bei der Lehrwerkstätte in Bern Felsenau beworben. Die volle Lehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis dauert 4 Jahre. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich die Schweisserprüfung mit Diplom bestanden. Momentan arbeite ich temporär und wirke die meiste Zeit in der Werkstatt. Es gibt jedoch Tage, an denen ich mit auf Montage gehe. So war ich in meiner Laufbahn schon schweizweit unterwegs: Luzern, Zürich, Basel, Winterthur, St. Gallen, Biel, Murten, Neuenburg, Gstaad, etc. Auf den Baustellen arbeitet ein Metallbauer mit Personen aus diversen Berufungen zusammen. Damit sich Spengler, Glas-, Elektro- und Sanitärmonteure, Gerüstbauer sowie andere Bauarbeiter nicht in die Quere kommen, gibt es einen definierten Ablauf. Trotzdem kann es bei Zeitdruck chaotisch werden, womit die Wichtigkeit einer guten Teamarbeit steigt. Die Aufträge erhalten wir von Planungsbüros, also Architekten, die diese Wünsche wiederum von Kunden erhalten. Das heisst, der Kunde sucht sich einen Architekten aus, welcher sich bei verschiedenen Metallbaufirmen Offerten einholt. Anhand der Preise und der Lieferfrist entscheidet der Kunde, welche Firma den Auftrag schlussendlich erhält. In meinem Job gibt es verschiedene Arten von Aufträgen: Bei normalen Aufträgen zahlt der Kunde nach der abgeschlossenen Arbeit den fälligen Preis, bei anderen wird der Preis im Voraus festgelegt und bei wieder anderen kommt es vor, dass die Firma bei Verzug für jeden überschrittenen Tag eine Strafe zahlen muss.

Jeweils zu Beginn der Woche besprechen mein Team und ich die zu bearbeitenden Aufträge und planen das Vorgehen. An diesen Aufträgen arbeiten wir dann in der laufenden Woche. Ab und zu kommt es vor, dass die Planung spontan umgestellt wird, wenn beispielsweise ein kurzfristiger und wichtiger Auftrag eintrifft. Pro Tag darf ich mich mindestens achteinhalb Stunden mit meinem Beruf beschäftigen und dabei sowohl kleinere als auch grössere Konstruktionen schaffen. Wie heutzutage in vielen Berufen ist es manchmal unausweichlich Überstunden zu vermeiden, denn ein Auftrag sollte am liebsten schon gestern fertig sein und nicht erst morgen.

Die Sicherheit ist als Metallbauer ein ernstzunehmendes Thema. Es ist Pflicht auf Baustellen Stahlkappenschuhe, Handschuhe, Schutzbrille, Helm, Gehörschutz, Weste und je nach Arbeit auch einen Klettergurt mit Sicherheitsseil zu tragen. Sogar in der Werkstatt darf nicht ohne Schutzausrüstung gearbeitet werden.

Erfolge bei meinen Bauten motivieren mich und schenken mir neue Kraft. Die Freude ist jeweils riesig, wenn bei der Montage alles Millimeter auf Millimeter genau passt. Momente in denen einem für die gemachte Arbeit gedankt wird, man vielleicht sogar ein bisschen bewundert wird und die Zusammenarbeit im Team gut funktioniert, gehören zu den schönsten in meinem Alltag.

In meiner Freizeit spiele ich sehr gerne Yu-Gi-Oh, Bowling und Billiard. Mache gerne Autotouren mit Kollegen und fotografiere Landschaften, Autos und Motorräder. So werde ich ab und zu arrangiert um bei Harley Treffen Bilder für deren Webseite zu knipsen.

Sogar zu Hause hilft mir das Gelernte weiter. Sehr gerne unterstütze ich Freunde und meine Familie wo ich kann. Für einen Kollegen, der als DJ tätig ist, habe ich ein zusammenklappbares Pult konstruiert und zusammen mit einem anderen Kollegen habe ich ein Fernsehmöbel mit einem Grundgerüst aus Eisen gebastelt. Mit Überzeugung kann ich sagen, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe. Hätte ich jedoch nochmals eine Chance von vorne zu beginnen, dann würde ich auf jeden Fall die volle Lehre durchziehen. Andererseits interessiert mich die Fotografie. Für mich ist jedoch noch offen, ob ich zu einem unbestimmten Zeitpunkt noch eine Zweitlehre zum Fotografen beginne.

Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf des Metallbauers / der Metallbauerin?

12 Gedanken zu „Metallbauer“

  1. Der Metallbauer als solches ist nicht unbedingt ein Beruf, der mich sehr interessiert muss ich zugeben. aber wie allen Berufen spielt es auch eine viel größere Rolle, dass der Ausübende seine eigene Leidenschaft daran findet 🙂

    1. Liebe Tina, danke für deinen Kommentar 🙂 Geht mir genauso. Selber möchte ich diesen Beruf nicht ausüben. Ich bin aber froh, gibt es Menschen, die sich für diesen Weg entschieden haben und denen diese Tätigkeit gefällt.

  2. Ich finde Handwerksberufe super. Das sind Männer, die auch wirklich noch viel selber machen können und das kann man immer gut brauchen. Da hat man einen Beruf mit dem man auch zuhause viel machen kann. Echt cool.

  3. Ein sehr interessanter Einblick in den Beruf des Metallbauers. Mein Ex – Freund ist auch Metallbauer, der hat auch alle Hand selbst gebaut und gemacht Zuhause 🙂

  4. Sehr interessante Einblicke in den Beruf des Metallbauers mit persönlicher Note. Egal welches Handwerk – es ist unglaublich wichtig. Der Text hilft bestimmt weiter, wenn man sich für die Ausbildung bzw. den Job dazu interessiert.

  5. Liebe Petra, der Beitrag von Daniel hat mir super gefallen. Sehr sympathisch geschrieben. Metallbauer ist ein interessanter Beruf, einer meiner Klassenkameraden hatte das auch gelernt und hat später immer begeistert davon erzählt.
    Die Zweitlehre zum Fotografen ist doch eine tolle Idee. Wenn man eine Leidenschaft hat, dann ist es doch schön, wenn es noch mehr ausgebaut werden kann. Metallbauer ist sicher auch ein Job der im fortgeschrittenen Alter schwieriger wird, könnte ich mir zu mindestens vorstellen.

    1. Liebe Mo, herzlichen Dank für deinen Kommentar 🙂 Es freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt. Ich bin auch der Meinung, dass es immer positiv ist, den eigenen Träumen zu folgen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Daniel sich definitiv für den Schritt zur Zweitlehre entscheiden würde.

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