Hundecoiffeuse

Brigitte, 53 Jahre alt aus Ramsei, arbeitet mit Leidenschaft als Hundecoiffeuse / Tierpflegerin.

Seit ich denken kann, bin ich ein Fan von Tieren und wollte daher unbedingt mit ihnen arbeiten. Dies ist mit der Grund gewesen, wieso ich nach der Schule das Bauernlehrjahr gemacht habe. Leider habe ich in diesem Jahr so gut wie nichts mit Bauernhoftieren zu tun gehabt, sondern bin für die Mithilfe im Haushalt zuständig gewesen.
Infolgedessen habe ich mich entschieden, eine dreijährige Ausbildung zur Tierpflegerin zu absolvieren und eine Lehre als Hundecoiffeuse dranzuhängen. Leider habe ich in meiner Schulzeit nicht die Sek besucht und daher zu dieser Zeit keine Chance gehabt meinen Traumberuf, Tierärztin, zu erlernen.

Heute gibt es für mich keinen einheitlichen Tagesablauf. Mein Tag richtet sich voll und ganz nach den Kundenterminen, die ich im Voraus vereinbare. Manchmal per Telefon oder bereits beim vorausgehenden Termin. Zu meinen beruflichen Aufgaben gehört das Gesamtpaket: Baden, föhnen, scheren, trimmen, Ohren- und Zahnpflege sowie die Pflege der Krallen und die Afterdrüssenkontrolle inklusive deren Leerung. Im Durchschnitt arbeite ich drei Stunden pro Hund. Nicht jede Hunderasse benötigt einen Besuch beim Hundecoiffeur. Jedoch kümmere ich mich um immer mehr verschiedene Kundenhunde, da eben nicht nur das Frisieren im Vordergrund steht: Terrierrassen, Spaniel, Neufundländer, Berner Sennenhunde, verschiedene Retriever, Schnauzer, Pudel und diverse Langhaar Zwerghunde wie Malteser, Shih Tzu, Bolonka, etc. Vor allem bin ich auch auf Ausstellungshunde spezialisiert.

In den Jahren nach meiner Lehre habe ich meine erlernten Berufe an verschiedenen Orten ausgeübt. So bin ich circa ein halbes Jahr als Angestellte in Biel tätig gewesen und habe danach zeitweise in zwei Zoohandlungen in Ostermundigen und Biel und zusätzlich noch in einem Hundesalon gearbeitet.

Meiner Meinung nach entspricht der Beruf der Hundecoiffeuse einer Bildhauerin. Ich benötige ein gutes Auge für Details und viel Kreativität. Die schönsten Momente erlebe ich, wenn Hunden denen der Aufenthalt bei anderen Hundecoiffeuren nicht gefallen hat, bei mir auftauen und Vertrauen zu mir aufbauen.

Im Jahre 1984 habe ich meinen eigenen Hundesalon in Biel übernommen und schon bald meine eigene Hundezucht aufgebaut. Auch habe ich mit anfänglichen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Darunter mit der Finanzierung und dem Aufbau des Kundenkreises. Mit Werbung in Zeitungen und auf Tischsets in Restaurants sowie mit Mund-zu-Mund-Propaganda bin ich dagegen vorgegangen.
Habe ich zwischendurch eine Pause oder einen freien Tag, dann kümmere ich mich um meinen Papagei und meine Hunde (Pudel) und unternehme mit ihnen lange und schöne Spaziergänge. Zudem gehört zu meinen Hobbys das Bogenschiessen, das Besuchen von verschiedenen Konzerten und schwimmen. Da ich aber leider nicht am Meer wohne, kommt diese Leidenschaft oftmals zu kurz.

Ich bevorzuge Hunderassen mit sensiblem Charakter und langen Köpfen. Meine Lieblingshunde sind daher ganz klar die Pudel. Das nächste Hundezuhause werde ich jedoch einem Windhund gewähren.

Die Berufe, Hundecoiffeuse und Tierpflegerin, würde ich heute wohl nicht mehr erlernen, um sie Vollzeit auszuführen. Der Verdienst stimmt einfach nicht mit der Leistung überein. Zusätzlich lassen gesundheitliche Probleme, wie Rückenschmerzen und Schmerzen in den Beinen, nicht lange auf sich warten.

Meine Fragen an dich:
– Was ist deine Meinung zum Text?
– Was ist deine Meinung zum Beruf der Hundecoiffeuse und Tierpflegerin / des Hundecoiffeurs und Tierpflegers?

12 Gedanken zu „Hundecoiffeuse“

  1. Klingt auf jeden Fall nach einem spannenden Beruf, der auch abwechslungsreich ist. Jeder Hund ist anders und auch jeder Hundebesitzer. Für Menschen, die gern mit Tieren arbeiten und besonders Hunde lieben ist dein Beruf sicher richtig toll.

  2. Ich hätte nicht gedacht, dass das so ein abwechslungsreicher Beruf ist und vor allem, dass noch so viel mehr dazu gehört als „nur“ zu frisieren. Wirklich sehr interessant!

    1. Liebe Anika, danke für deinen Kommentar 🙂 Der Beruf bietet wirklich grosse Abwechslung. Die vielen Verschiedenen und langandauernden Arbeiten sind auch der Grund für hohe Preise.

  3. Sehr spannender Beitrag! Es war mir nicht bewusst, dass hinter einem Hundefrisör noch so viel mehr steckt. Wieder was gelernt. Vielen Dank für die interessante Vorstellung!

    1. Liebe Isa, danke für deinen Kommentar 🙂 Das ist natürlich gut möglich. Nicht-Hundebesitzer und Halter mit Hunden, welche nicht unbedingt einen Frisör benötigen, kommen natürlich nicht in Kontakt mit diesem Beruf.

  4. Toller Blog und interessante Beiträge.
    Ich stelle mir gerade unsere aufgeweckte Schäferhündin beim Hundefrisör vor.
    Die hätte wohl keine Freude dabei. Schon das duschen bei uns im Garten stellt alle immer vor eine Herausforderung. Aber ich denke, dass dieser Beruf wirklich erfüllend ist.

    1. Liebe Martina, herzlichen Dank für deinen Kommentar 🙂 Wie wir Menschen verschieden sind, sind es auch die Tiere. Ich stelle mir die Arbeit je nach Hundecharakter nicht immer einfach vor.

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